Werdenfelser Segelflieger

Fliegen lernen

Fliegen lernen

Kann man bei den Werdenfelser Segelfliegern fliegen lernen?

Die Ausbildung in einem Verein ist zeitintensiv. Das ist aber kein Nachteil. Kleinere Lernschritte mit immer wieder ein paar Tagen Pause schaffen Sicherheit, weil sich die Lerninhalte festigen und zum Teil zum angelernten Reflex werden. Hinzu kommt Gemeinsamkeit, Geselligkeit, Teamgeist und die Erweiterung von Allgemeinwissen und praktischen Handfertigkeiten.

Unsere Fluglehrer arbeiten ehrenamtlich. Wir stellen die Schulungsflugzeuge gegen eine geringe Nutzungsgebühr zur Verfügung. 

Gibt es einen „Flugzeugführerschein“?

Den Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer (GPL) bekommt man nach einer gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung.

Die gesetzliche Grundlage für den Erwerb des Pilotenscheins enthalten die Paragrafen 36 bis 41 der ‚Verordnung über Luftpersonal’, kurz LuftPersV.

Voraussetzungen für den Beginn der Ausbildung

Mitzubringen sind ein polizeiliches Führungszeugnis und der Nachweis der Flugtauglichkeit. Jugendliche brauchen die schriftliche Einwilligung der Eltern.

Medizinische Voraussetzungen

Fliegen ist Sport. Sport beansprucht den Körper. Wer fliegen will muss gesund und leistungsfähig sein. Das stellt der Fliegerarzt fest. Fliegerärzte haben eine spezielle Ausbildung und Zulassung, und sie müssen sich regelmäßig auf diesem Gebiet weiterbilden. Die fliegerärztliche Untersuchung dauert in der Regel etwa eine Stunde. Das Dokument, das die Flugtauglichkeit bescheinigt, nennt man ‚Medical’.

Die Flugtauglichkeit muss bis zum 40. Lebensjahr alle fünf Jahre, bis zum 60. Lebensjahr alle zwei Jahre und ab dem 60. Lebensjahr jährlich überprüft werden. Eine Brille ist kein grundsätzliches Hindernis für die Flugtauglichkeit. 

Einen Fliegerarzt in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Gibt es Altersgrenzen?

Jeder Jugendliche – Mädchen genau so gut wie Buben – ab 14 Jahren und jeder noch Junggebliebene, dem der Fliegerarzt die Flugtauglichkeit bestätigt, kann Segelflieger werden. 

Der Luftfahrerschein wird allerdings frührestens am 16. Geburtstag ausgehändigt, auch wenn man die Prüfung schon vorher abgelegt hat. Er gilt dann unbefristet, wenn man die erforderlichen Mindestflugleistungen erbringt und der Fliegerarzt einverstanden ist. 

Wir haben jugendliche Mitglieder im Verein, die mit ihrem Pilotenschein in der Tasche eigenverantwortlich weite Strecken fliegen – und abends von den Eltern am Flugplatz abgeholt werden, weil sie noch keinen Führerschein besitzen...

Wie lange dauert es, bis man allein fliegen darf?

Abgesehen von besonderen Aktionen, wie zum Beispiel einem Fliegerlager während der Ferien, bilden wir meist an Wochenenden und Feiertagen aus. Daher dauert die Ausbildung etwas länger, als in einer gewerblichen Flugschule, ist dafür aber nicht nur sehr gründlich, sondern auch noch wesentlich preiswerter.

Es hängt weitgehend von jedem selbst ab, nach welcher Zeit er/sie den ersten Alleinstart macht. Wer regelmäßig am Flugbetrieb teilnimmt kann ohne weiteres innerhalb einer Flugsaison zu seinem ersten Alleinflug kommen. Das kann nach wenigen Wochen oder erst nach Monaten der Fall sein. Wie beim Auto-Führerschein haben auch beim Fliegen Lebensalter, Auffassungsgabe und das Gefühl für den Umgang mit Technik einen Einfluss auf die Dauer der Ausbildung. Auf Startzahlen und Flugzeiten kommt es nicht an. Entscheidend ist, dass der Flugschüler die Flugübungen beherrscht und dass er das Flugzeug sicher landen kann.

Ist Segelfliegen teuer?

Schwer zu sagen. Jedenfalls nicht teurer als beispielsweise Skifahren, Surfen, Tennis, Sportschießen und viele andere gängige Sportarten. Wer sich engagiert an den anfallenden Vereinsarbeiten beteiligt fliegt günstig. Für Jugendliche und Studenten haben wir Sondertarife, durch die das Fliegen preiswert wird.

Kosten der Ausbildung

Alle im Verein arbeiten ehrenamtlich. Das gilt auch für unsere Fluglehrer. Ein Flugschüler zahlt, sofern er über ein eigenes Einkommen verfügt, eine einmalige Aufnahmegebühr und seinen jährlichen Mitgliedsbeitrag. Üblicherweise beginnt die Segelflugausbildung mit Starts an der Schleppwinde. Die Nutzung des Flugzeugs und die Schleppgebühr liegen pro Start bei durchschnittlich 5 €. Bis zum Erwerb der Privatpilotenlizenz für Segelflugzeugführer kostet die Ausbildung insgesamt 1.000 bis 1.500 €. Abweichungen sind nach oben und unten möglich, was nicht zuletzt vom fliegerischen Engagement des einzelnen Mitglieds abhängt. 

Was erwarten wir von unseren Flugschülern?

Damit unsere Vereinsmitglieder auch weiterhin preiswert fliegen können erledigen wir möglichst alle Arbeiten selbst. Wartungs- und Überholungsarbeiten an Flugzeugen können nur Spezialisten durchführen, die hierfür besonders ausgebildet sind. Doch alle sonstigen Arbeiten am Flugplatz erbringen wir in Eigenleistung. Deshalb erwarten wir von allen Vereinsmitgliedern, dass sie bei allen anfallenden Arbeiten tatkräftig zupacken. Das gilt natürlich auch für unsere Flugschüler.

Ablauf der Pilotenausbildung

Ziel der Ausbildung ist, das erforderliche fachliche Wissen und fliegerische Können zu vermitteln, damit der Pilot den Segelflugsport als gleichberechtigter Partner im Luftraum sicher und verantwortungsbewusst ausüben kann.

Bis zum ersten Alleinflug ist immer ein Fluglehrer im Doppelsitzer dabei, wobei der Flugschüler vom vorderen Sitz aus steuert. Das Schulungsflugzeug ist mit Doppelsteuer ausgerüstet. Der Fluglehrer kann eingreifen, wenn es erforderlich ist. Der Flugschüler lernt, in der Platzrunde zu fliegen, selbständig zu starten und den gesamten Flug ohne fremde Hilfe richtig anzulegen. Vor allem aber übt er so lange, sauber und sicher zu landen, bis er das Flugzeug unter allen erdenkbaren Bedingungen wieder sicher auf den Boden bringt. Die A-Prüfung beendet den ersten Ausbildungsabschnitt mit drei Flügen ohne Lehrer. Die ersten Alleinflüge erfolgen auf dem Ausbildungs-Segelflugzeug, mit dem der Flugschüler vertraut ist.

Im zweiten Ausbildungsabschnitt vertieft der Flugschüler seine fliegerischen Fertigkeiten. Er lernt, unterschiedliche Segelflugzeuge sicher zu beherrschen. Zusammen mit Fluglehrern erarbeitet er sich die Voraussetzungen für den späteren Leistungs- und Streckenflug. Dazu gehört insbesondere der Thermikflug. Dieser Teil der Ausbildung endet mit der B-Prüfung.

Der dritte Ausbildungsabschnitt führt zur C-Prüfung und dem Luftfahrerschein. Nun beginnt der Streckenflug. Kenntnisse und Fähigkeiten, die der Flugschüler im näheren Umfeld des Fluggeländes erworbenen hat, setzt er Schritt für Schritt in Flüge um, die in die weitere Umgebung führen. Auch dabei steht er immer in Funkkontakt mit einem Fluglehrer. Ein Streckenflug über mindestens 50 Kilometer ist Voraussetzung für die praktische Luftfahrerscheinprüfung. 

Zum sicheren Fliegen gehört Können. Und Wissen. Der gründliche theoretische Unterricht umfasst Luftrecht, Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften, Rechtsvorschriften des beweglichen Flugfunkdienstes, Sprechfunkverkehr bei Flügen nach Sichtflugregeln, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse, Technik, Verhalten in besonderen Fällen, menschliches Leistungsvermögen und Erste Hilfe. Außerdem ist es erforderlich, ein Funksprechzeugnis zu erwerben.

Das erscheint auf den ersten Blick viel Stoff. Doch vieles lernt man nebenbei während der praktischen Flugausbildung. Alles Weitere vermitteln unsere Fluglehrer in Kursen.

Die Ausbildung schließt mit der theoretischen und praktischen Prüfung ab. Prüfungsbehörde ist die Regierung von Oberbayern.

Anschließend können die Piloten bei uns durch weitere Schulung die Lizenz für Motorsegler erwerben. 

Noch Fragen?

Kommen Sie doch an einem der nächsten Wochenenden zu uns. Dann haben wir Zeit, Ihre Fragen ausführlich zu beantworten. 

Und Sie sehen, wie bei uns der Flugbetrieb abläuft.

Ansprechpartner

Jan Falkenberg