Werdenfelser Segelflieger

Bundesliga

Bundesliga

Bundesliga – ein Wort, das zunächst einmal nicht viel mit Segelflug zu tun zu haben scheint. Allerdings gibt es auch eine Segelflug-Bundesliga, an der jeder Segelflugverein teilnehmen kann. Es gibt 3 Ligen: Die erste Bundesliga, die zweite Bundesliga und die Qualiliga. In der ersten und zweiten Bundesliga befinden sich jeweils 30 Vereine, alle anderen Vereine sind in der Qualiliga. Die Werdenfelser Segelflieger haben in der Saison 2012 den Aufstieg von der Qualiliga in die zweite Bundesliga geschafft, in der wir dann 2013 antreten werden.

Was sind die Regeln?

Die Liga-Saison geht von Anfang Mai bis Ende August. Jedes Wochenende in diesem Zeitraum ist eine Wertungsrunde. In der Liga geht es um Geschwindigkeit, genauer gesagt von jedem Flug werden die schnellsten 2,5 Stunden gewertet. Wertungsgrundlage ist hierbei die Durchschnittsgeschwindigkeit, d.h. die erhaltenen Punkte berechnen sich durch Punkte = (km / 2,5) * 100 / [(Index - 100) * 0,75 + 100], wobei km hier nicht die gesamten zurückgelegten Kilometer meint, sondern nur die im Wertungsfenster von 2,5 Stunden erflogenen. Der Index ist ein Mittel, um alte, leistungsmäßig schwächere Flugzeuge möglichst fair mit moderneren Typen vergleichen zu können. Als Beispiel: Unsere ASW 24 hat einen Index von 107, ein Jeans Astir hat einen Index von 93 und eine ASH 25 einen Index von 123.

Wer kommt in die Wertung?

Pro Wertungsrunde werden die 3 besten Flüge des Vereins gewertet, ihre Punktzahlen werden addiert und ergeben so die Punktzahl des Vereins.

Wie ergibt sich daraus die Liga-Wertung?                 

Der Verein mit der höchsten Punktzahl erhält in Liga 1 und 2 jeweils 20 Punkte (sofern genügend andere Vereine geflogen sind), der mit der zweithöchsten Punktzahl 19 usw. Diese Punkte werden dann nach jeder Runde addiert und nach ihnen ergeben sich die Auf- und Absteiger sowie die Ligagewinner.

Was unterscheidet Bundesliga-Fliegen von normalem Streckenflug?

Geschwindigkeit ist auch im normalen Streckenflug von großer Bedeutung, da hier das Ziel darauf liegt, möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Während aber im Streckenflug flächiges Fliegen, insbesondere in Form von FAI-Dreiecken, besonders belohnt wird, ist es beim Liga-Fliegen durchaus üblich, eine besonders gute Strecke einfach mehrmals hintereinander abzufliegen – Jo-Jo genannt. Man kann also beide Varianten wählen: Seinen Flug als flächigen Flug auslegen und die Geschwindigkeit einfach aus den schnellsten 2,5 Stunden erhalten oder gezielt zu einer „Rennstrecke“ fliegen, die man dann 2,5 Stunden lang abfliegt, um eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen.

Bundesliga – nur für die Profis oder eine Aufgabe für den ganzen Verein?

Nach diesen ganzen Erläuterungen könnte man nun den Eindruck haben, Bundesliga fliegen wäre nur etwas für einen sehr kleinen, spezialisierten Kreis von Piloten. Das stimmt aber nicht: Da eigentlich jeder Streckenflieger seine Flüge im OLC hochlädt, hat auch jeder eine Chance in die Wertung zu kommen, sei es nun, weil er wirklich schnell war oder weil die Profis an dem Tag nicht geflogen sind. Außerdem ist es für eine gute Endplatzierung in der Liga sehr wichtig, aus jeder Runde Punkte mitzunehmen. Das heißt, auch bei eigentlich schlechtem Wetter sollte geflogen werden und um an solchen Tagen in die Wertung zu kommen, braucht man lediglich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. Diese Geschwindigkeit kann im erweiterten Platzbereich erflogen werden, man braucht nur die Hartnäckigkeit, bei schlechten Bedingungen tatsächlich 2,5 Stunden konsequent zu fliegen.