Werdenfelser Segelflieger

Klippeneckwettbewerb 2015

Nachdem der erste Bericht irgendwie auf ominöse Weise verschwunden ist also nochmal:

Dieses Jahr haben sich 87 Flugzeuge in 5 Klassen auf Deutschlands höchstem Flugplatz eingefunden, um an der 47. Auflage des Klippeneckwettbewerbs teilzunehmen. Auch Maria nimmt mit der Förder-LS8 M1 in der Standardklasse teil, Lisa ist als Rückholer mit dabei.

Wettbewerbshomepage ist http://www.klippeneck-wb.de/

31.07. Trainingstag und Anreise des Rückholers
Während Maria die Gelegenheit nutzte, am letzten Tag vor Wettbewerbsbeginn schonmal einen Start zu machen und das Wettbewerbsgebiet zu erkunden, hatte Lisa noch eine Klausur zu schreiben. Danach machte sie sich auch auf den Weg und war dann auch halbwegs bald am Klippeneck. Danach wurden noch die Kanister betankt, und sonst gibts nicht viel zu erzählen.

01.08. Neutralisiert
Vom frühen Morgen an regnete es, im Briefing wurden dann auch keine Aufgaben ausgegeben, sondern die Entscheidung vertagt auf 12 Uhr. Nachdem sich das Wetter nicht wirklich besserte (es hörte zwar kurz vor 12 auf zu regnen, blieb aber abgeschirmt) wurde dann neutralisiert. Wir nutzten die Gelegenheit, um nach Rottweil in den Baumarkt zu fahren und außerdem ein bisschen was zu essen einzukaufen. Sonst passierte nicht viel, außer dass wir abends die Entdeckung machten, dass es an der Hangkante tatsächlich schnelles mobiles Internet gibt. Das WLAN hier ist nämlich absolut unbrauchbar, weil völlig überlastet, eine Seite zu öffnen braucht so ungefähr eine halbe Stunde, was nicht gerade nützlich ist. Leider ist am Campingplatz aber auch kein wirklich brauchbares mobiles Internet vorhanden, von daher hätten wir auch dann keine Fotos hochladen können, wenn wir welche gemacht hätten. Danach haben wir schonmal die Innentanks und den Hecktank der M1 mit Wasser befüllt, damit wir am nächsten Tag im erwarteten guten Wetter nicht so lange brauchen würden.

02.08. 1. Wertungstag
Morgens um 8 gab es noch eine kleine Abschirmung, die sich aber bald auflöste, und Platz für Sonnenschein und bald auch für recht ansehnliche Wolken zu machen. Also tankten wir die M1 fertig und brachten sie dann ins Grid, wo die Standardklasse als drittes hinter der 18m- und der 15m-Klasse stand. Danach gings zum Frühstück und dann zum Briefing, wo es dann die Aufgaben gab. Während 18m, 15m und Offene Klasse um Stuttgart herumfliegen, bekamen die Standardklasse (übrigens indexiert, weil auch eine LS 1d und ein Std Cirrus mitfliegt) eine 357km-Racing-Task, die erst westlich des Stuttgarter Luftraums nach Norden führt, dann wieder nach Süden, dann nach Laichingen und dann wieder nach Hause. Die Doppelsitzer bekamen eine Aufgabe auf der schwäbischen Alb. Maria war etwas enttäuscht darüber, dass die Standardklasse nicht auch um Stuttgart fliegen durfte, allerdings blieb nicht viel Zeit, weil Startbereitschaft bereits um 11 Uhr war. Also wurde im Grid schnell die Aufgabe einprogrammiert, und bald darauf ließen die Remos auch schon an und es ging los. Mittlerweile sind alle schon lange in der Luft, es gab zwei Wiederlander, sonst blieben alle oben, und Lisa ging jetzt zur Kante vor, um per mobilem Hotspot diesen Bericht hochzuladen. Dieser Vorgang läuft übrigens auch unter dem Namen "sich die Kante geben". Die Optik sieht hier recht gut aus, ich gehe mal davon aus, dass Maria die Aufgabe schaffen wird, und überleg mir jetzt mal, wie ich bis zur Rückkehr des Feldes meine Zeit verbringe. Fotos dann vielleicht ab morgen...

Tatsächlich kam Maria kurz danach zurück, als zweites Flugzeug der Standardklasse landete sie wieder auf dem hügeligen Flugplatz. Im weiteren Verlauf stellte sich dann heraus, dass sie mit einem 101er Schnitt auf Tagesplatz 3 war, was ja durchaus nicht schlecht ist. Nach dem Abendessen betankten wir noch die M1, zuminest den Hecktank und die Innentanks, dabei gab zwischenzeitlich die Pumpe den Geist auf, was zu merkwürdigen Lösungen führte, aber irgendwie bekamen wir das Wasser schon in den Flieger.

03.08. 2. Wertungstag
Bereits morgens war es ziemlich war, so dass sich bald Befürchtungen über Blauthermik aufstellten. Zunächst aber tankten wir die M1 zu Ende, wundersamerweise ging die Pumpe auf einmal wieder, und stellten den Flieger in die Startaufstellung. Im Briefing wurde dann aber gesagt, dass Wolken erwartet werden, und die Startbereitschaft auf 12 Uhr gesetzt. Die Aufgaben bleiben alle auf der Alb, für die Standardklasse sind es 280 km. Diesmal war nach dem Briefing noch etwas länger Zeit, so dass Maria die Mückenputzer, die sie gestern abend ausgebaut hatte, doch noch wieder einbauen konnte. Die Wolken waren zu dieser Uhrzeit bereits sichtbar, lösten sich teilweise aber wieder auf. Als wir im Grid startklar waren, wurde die Startbereitschaft auf 12.20 verschoben, dann ging es aber los. Maria stand in Reihe 2 und war dementsprechend schnell weg, und Lisa wartete noch kurz, bevor sie zum Campingplatz zurückging und dann einkaufen fuhr. Eigentlich wollte sie auch noch ein Eis essen, hat es aber doch vergessen... Mittlerweile ist es halb 5, die Standardklasse dürfte eigentlich bald wieder kommen, die Optik auf Kursrichtung ist jedenfalls hervorragend, ich bin mal optimistisch...

Tatsächlich trudelte kurz danach ein Großteil des Feldes ein (wobei trudeln hier ein etwas seltsames Wort ist) und füllte den Flugplatz. Zum Glück ist der groß und die Rüchholer waren emsig dabei, ihre Piloten von der Bahn zu ziehen. Irgendwann landete dann auch eine LS 8 mit roten Winglets und Lisa kam schnell mit dem Auto herbeigefahren, um die M1 von der Bahn zu holen. Das Putzen ging schnell, das Auslesen beziehungsweise Hochladen gestaltete sich schwierig, weil sich funktionierendes Internet und funktionierender SD-Adapter irgendwie gegenseitig auszuschließen schienen. Mithilfe eines anderen Adapters ließ sich das dann nach längerem Rumgeeiere lösen, und der Flug fand doch noch seinen Weg in die Wertung. Es stellte sich heraus, dass Maria nach einem wohl durchaus anspruchsvollen Tag auf Tagesplatz 9 gelandet war, womit sie zwar nicht ganz zufrieden war, was aber dennoch recht gut ist. Bemerkenswert ist übrigens die Tatsache, dass es in der Standardklasse keine einzige Außenlandung gab. So konnten wir dann doch noch abendessen, und danach machten wir uns auf die Suche nach dem Schleppseil, was wir geliehen hatten, und was aber am Sammelpunkt nicht aufzufinden war. Die Suche war leider vergeblich, und so gingen wir zur abendlichen Tankprozedur über. Die Pumpe gab leider, befürchtenswerterweise für immer, den Geist auf, so dass die merkwürdigen Umfüllaktionen in den Eimer begannen. In Kombination mit der einsetzenden Dunkelheit sorgte das dafür, dass die Tankaktion etwas nass wurde.

04.08. Neutralisiert
Bereits am Morgen zogen hohe Altocumulusfelder vorüber, und der Wetterbericht platzte auch nicht gerade vor Begeisterung, so dass wir zwar Wasser in die Kanister füllten, aber noch nicht in den Flieger. Der Startaufbau wurde auch verschoben auf nach dem Briefing, so dass wir davor viel Zeit hatten. Im Briefing wurden dann alle Klassen neutralisiert, weil im Vorlauf einer Kaltfront eine Konvergenzlinie vorbeiziehen sollte, außerdem viel Abschirmung, und abends dann auch noch die tatsächliche Front. Also bauten wir vorsichtshalber die M1 ab, redeten mit ein paar Leuten, suchten erneut das Schleppseil, fanden es erneut nicht, gingen ein bisschen durch die Gegend und schreiben jetzt diesen Bericht, was mit dem Internet hier immer eine Tortur ist. Mittlerweile gibts ein paar Bilder, nur braucht es, um die hochzuladen, etwas mehr als diese rudimentäre Verbindung. Falls wir mal eine bessere Verbindung haben, werden die Bilder hochgeladen, versprochen. Jetzt machen wir erstmal Pfannkuchen, bevor uns die Front ganz frisst, sofern der Bericht vorher noch hochlädt... Morgen wird wohl ganz gut, ziemlich sicher fliegbar.

05.08. – Dritter Wertungstag
Bereits morgens schien nach der gestrigen Front, die ziemlich wetterinaktiv war, wieder die Sonne und es war deutlich wärmer, als man vom Morgen nach einer Kaltfront erwartet. Nachdem wir ja gestern abgebaut hatten, standen wir bereits um 7 Uhr auf, um wieder aufzubauen und genügend Zeit zum Wasser tanken zu haben. Das klappte dann auch ganz gut, und nach anfänglichen Missverständnis, wie viel Liter jetzt noch in welchem Kanister sind, war das Flugzeug dann auch befüllt. Schnell noch die Startaufstellung holen und den Flieger ins Grid ziehen, bevor es Frühstück gab. Im Briefing gab es dann für alle Klassen Aufgaben zwischen 300 und 400 km, manche Klassen flogen erneut um Stuttgart, wenn auch recht kleinräumig (waren soweit die Erinnerung nicht trügt 368 km), die Standardklasse aber nicht. Startbereitschaft war für 12 angesetzt, tatsächlich ging es aber erst um 12.30 los, weil die Basis am Anfang doch noch sehr tief war. Immerhin ließ sich das seit Tagen vermisste Schleppseil wieder seinem Besitzer zuführen, womit wir die Sorge schonmal los waren. Nach dem Start gab es 2 Wiederlander und man sah einige sehr tief kreisen, das Wetter war anfangs nicht sehr nützlich. Das bestätigt auch Marias Aussage nach der Landung, sie war vor dem Abflug unterhalb der Flugplatzhöhe des Klippenecks und musste sich mit 0,5 m/s wieder ausgraben. Das wusste Lisa zum Glück nicht und konnte recht entspannt in der Hitze rumsitzen, und bald war der Tag auch schon soweit rum, dass die Flugzeuge wieder am Klippeneck eintrafen. Recht bald war auch Maria dabei, leider hatten wir ein kleines Missgeschick beim Anhängen, was aber zum Glück folgenlos blieb. Maria war nicht sehr überzeugt von ihrem Flug, unter anderem deswegen, weil sie das Wasser schon auf dem ersten Schenkel schmeißen musste und tief an der Rückenwindwende kurbeln. Nachdem die Flüge in der Wertung waren und wir gerade beim Essen saßen, stellte sich aber heraus, dass sie nur 2 km/h langsamer war als der Tagessieger und auf Tagesplatz 4, was die Stimmung wieder hob. Jetzt tanken wir noch für morgen und hoffen, dass Lisa vielleicht mal damit aufhört, sich ständig den Kopf am Anhänger anzustoßen.

Noch ein paar sinnlose Zitate des Abends: „Die LS 8 muss doch besser gehen als der Ventus 2!“, „Die Mittel ebnen die Zwecke...äh, der Weg zum Zweck ebnet die Mittel… wie heißt das nochmal?“

Und die allgemein wichtige Information zu den Briefings: Der Meteorologe hat ein Holzschwert!

06.08. – Vierter Wertungstag
Es war noch heißer als an den Vortagen und so waren wir froh, bereits am Vorabend getankt zu haben und einen gemütlichen Vormittag zu verbringen. Startbereitschaft war auch erst um halb 12, wobei der Meteorologe im Briefing schon mitteilte, dass es wohl 13 Uhr werden würde, und die Aufgaben waren dementsprechend klein (Standardklasse ca. 250 km). Während wir also im Grid warteten, sah das Wetter eher seltsam aus, zunächst mit Altocumulus wie bei Gewitterlagen, dann an den falschen Stellen, die nicht zur Aufgabe passten, Cumuli, die aber sehr congestusartig waren, sich dann aber doch entschlossen, nicht völlig überzukochen. So bestanden im ganzen Teilnehmerfeld gewisse Zweifel, dennoch begann nach zweimaliger Verschiebung um 13.15 der Schleppbetrieb. Die Rückholer warteten lieber noch eine Weile am Start, um eine eventuelle Wiederlandung ihrer Piloten nicht zu verpassen, aber es blieben alle oben. Durch die späte Startzeit blieb bis zu den Landungen nicht besonders viel Zeit, so dass Lisa sich nach dem Abspülen gleich wieder zum Anhänger begab, um dort auf die Landungen zu warten. Das war eine ziemliche Nervenprobe, da die Wettbewerbsleitung über Lautsprecher ständig Außenlandungen durchgab, und der Großteil davon in der Standardklasse. Zum Glück kam Maria aber, nicht besonders erfreut, weil sie auf dem Rückweg von der zweiten Wende südlich vom EDR 132, was direkter auf Kurs lag, aber blau war, und nicht nördlich, was ein großer Umweg, aber gut entwickelt war, vorbeigeflogen war. Das war mit einem Tiefpunkt und dem darauf folgenden langsam ausgraben bestraft worden, was den bis dahin guten Schnitt natürlich etwas kaputt machte. Nachdem aber einige direkte Konkurrenten außengelandet waren, bestand trotzdem Anlass zur Hoffnung. Der erste Blick in die Wertung war auch nicht so schlecht, aber nach dem Abendessen kam dann der Schock, virtuelle Außenlandung wegen Luftraumverletzung, genauergesagt des C in FL 100. Maria meinte aber, dass sie deutlich darunter aufgehört hätte mit Steigen und es war im Primärloggerfile auch knapp, so dass wir den Sekundärlogger (=Flarm) auslasen, was in SeeYou auch nur 3060 m anzeigte, was ja bei 3048 m + (8*3)m = 3072 m auch okay wäre (QNH war 1016). Also gingen wir zur Auswertung und zeigten denen das File, deren SeeYou sagte auch, dass es passt, aber nachdem das Auswerteprogramm drüber lief, zeigte es dort halt 3075 m an, kein Mensch weiß wieso, aber mussten wir dann akzeptieren und tankten lieber schonmal den Flieger für morgen. Jetzt ging mir auch noch gerade der Laptop anlasslos aus und der ganze Text war hinüber, so dass ich ihn aus dem Gedächtnis nochmal abschreiben musste, mal schauen, wie viele Anläufe ich zum Hochladen brauche.

Zuletzt geändert: 
Fr, 2015-08-07 07:48