Werdenfelser Segelflieger

D-Kader-Trainingslager am Feuerstein

Vom 17.4. bis zum 26.4.2014 findet das diesjährige D Kader Trainingslager am Flugplatz Burg Feuerstein statt. Lisa mit ihrem Förderflugzeug, der Libelle AM2, und Markus mit dem Discus nehmen daran teil und versuchen mehr oder weniger zeitnah darüber zu berichten ;)

Donnerstag, 17.4.

Markus ist in der früh um 8 los gefahren, sodass er an dem Tag noch fliegen konnte, denn der Wetterbericht hat zwar blau angesagt, aber dennoch relativ gut. Den Gedanken hatte nicht nur er, sondern auch noch 4 andere D-Kader- Mitglieder und ein Trainer, so dass wir in einem großen Team den ersten Trainingsflug absolvieren konnten. Der Tag wurde allerdings schwieriger als gedacht und nach einiger Zeit hat sich die Gruppe in der Luft getrennt und  Markus ist alleine weiter, da die anderen sich inkl. einer Außenlandung etwas verbastelt hatten. Der Tag selbst war relativ schwierig, da die Steigwerte sehr schwer zu finden und die Bärte extrem eng waren. Außerdem ist es zwischendrin so runter gegangen, dass man nicht nur einmal im Funk gehört hat „ich habe schon wieder -5 m/s integriert… Aber es war trotzdem ein fast vierstündiger schöner Flug, bei dem man viel lernen konnte :)

Am Abend kam dann noch Lisa und der D-Kader hat in einem benachbarten Dorf zu Abend gegessen. Der Tag wurde dann gemütlich am Feuerstein mit Lagerfeuer beendet, wobei man hier wirklich sagen muss, dass am Flugplatz alle sehr nett sind und wir quasi tun und lassen können was wir wollen! Die haben großes Vertrauen ;)

Freitag, 18.4.

Heute ist erst mal Regen und damit Theorie ;) wir werden uns möglichst zeitnah wieder melden. Nachmittagsprogramm ist erstmal essen, dann bisschen Flieger tunen mit dem amtierenden Meister der 18. Meter-Klasse Robert Schröder, Außenlandefelder begutachten und zu guter Letzt eine kleine Volleyballrunde. Morgen wird´s vielleicht fliegbar ;)

Update: Es hat gestern während dem leichten Kickern angefangen zu hageln....damit hatten wir beim Gedanken an Fliegen nicht gerechnet!

Samstag, 19.4.

Beim Blick auf den Wecker gestern abend, zeigte das Thermometer 2,1° an. Deswegen wurden auch gleich mal 5 Schichten + Schlafsack verwendet, um Frieren zu vermeiden.

Für heute ist zwar kein Regen angsagt, dafür aber 30kt(!) Wind. Dementsprechend heftig wackeln die Zelte und frisch ist es...

Serena, die gestern von Köln nach Frankreich geflogen ist und dann in einem Stück mit dem Arcus T SP hierher gefahren ist, ist auch endlich da. Somit sitzen wir jetzt nach dem Frühstück beim Briefing. Mal schauen was der Tag so bringt...wenigstens scheint die Sonne!

Sonntag, 20.4.

Gestern Abend war der D-Kader feiern mit der Begründung, dass heute schlechtes Wetter wird. Nun ja, Pustekuchen! Das Wetter spinnt jetzt komplett. Durch die Labilisierung wurde heute ein richtig guter Tag mit guten Steigwerten und Wolkenstraßen. Somit ist nicht jeder geflogen...

Aber es hat richtig Spaß gemacht, nur bei bis zu 50 km/h Wind war es teilwiese wirklich schwierig, gerade von unten raus hoch zu kommen. Die Labilisierung hat man dann auch am späten Nachmittag gemerkt, da man teilweise an bis zu 5 Schauern vorbei fliegen musste. Aber man hat wirklich viel gelernt und ein einigermaßen gutes Bundesligaergebnis ist auch noch raus gesprungen ;) Bei der AAT hat es trotzdem für einen 88er Schnitt gereicht.

Am Nachmittag kamen dann auch Fabi und Andi mit der Piper aus EDNX zu Besuch und sind über Nacht geblieben.

Montag, 21.4

Im Briefing hieß es zuerst aufgrund nicht funktionierendem WLAN und damit auch ohne Wetterinfos, dass es relativ gut wird. Somit wurde eine AAT unter anderem Richtung Norden nach Zwickau, wo ja dieses Jahr die DMJ stattfindet, ausgeschrieben. Doch schon beim Aufbauen war klar, dass es dort oben nicht fliegbar wird. Somit wurde die selbe AAT bloß mit 3 h Mindestzeit ausgeschrieben. Diese führt zuerst ein bisschen nach Norden und als zweiter WP war die Wasserkuppe mit 30 und 50 km Sektoren dran. Nun ja, das Discus-Team hat sich bei viel Abschattung und sehr schlechten bzw. zudem noch schlecht zu findenden Steigwerten verbastelt und hat dabei den Trainer durch Außenlandung und den Markus durch Motorziehen verloren. Ein Pilot aus der Clubklasse ist unter anderem unterhalb des Feuersteins außen gelandet und selbst hoch gelaufen. Ansonsten saßen auch viele Clubklasse Flieger draußen - es war ein schwieriger Tag.

Dienstag, 22.4.

Kurzfassung (zumindest aus Markus Sicht): Was war gut? Nun ja, schlichtweg einfach NICHTS!

Das Team bestand aus einer voll getankten LS8 und dem getankten Discus inkl. Claus Triebel in der ASG29 als Trainer...Alles was man hätte falsch machen können, haben wir falsch gemacht und somit alle drei außengelandet ((LS8) bzw. wieder einmal den Motor benutzt. Claus und Markus sind dann wieder zurück geflogen und haben es mit den Clubbies nochmal versucht, aber der Versuch ist auch gescheitert. Allerdings war es auch ein sehr schwerer Tag mit sehr vielen und großen toten Gebieten, weil viel Abschirmung in der Höhe vorhanden war. Die komplette Clubklasse inkl. vieler Standardklasseflieger ist ebenfalls außengelandet.

Nachdem Markus heute fliegerisch depressiv und deprimiert war und vorzeitig mit Claus heim und dann gelandet ist, darf er morgen BY, den LVB Arcus fliegen....und soviel vorweg: Morgen wird der mit Abstand beste Tag und Startbereitschaft ist um 10 Uhr. Das wird geil!!

Mittwoch, 23.4

Heute ist wie schon vorhergesagt Markus mit dem Verbands-Arcus geflogen. Dieses übertrieben geile Gleitgerät wurde dabei in 5 Stunden von ihm über die Aufgabe von ca. 440 km geflogen. Gejagt kann man nicht sagen, wir sind zwar auf dem ersten Schenkel der ASG29 und dem Arcus T SP, die jeweils voll getankt waren, hinterhergekommen. aber danach ab dem Erzgebirge hat die BY-Crew totally versagt. Aufgrund eines undichten Hecktanks vom Arcus konnten wir kein Wasser tanken und haben somit ein wenig weniger Spaß gehabt, aber es ist immer noch ein wirklich toller Flieger!

Lisa ist an den Anabergen, dem fast weitesten Punkt vom Platz ärgerlicherweise außengelandet, aber es war auch wirklich nicht leicht! Somit ist jetzt gerade ein Rückholer auf der ca. 260 km langen Rückholtour :/

Am Abend wird jetzt noch gegessen und wir haben vor alle gemeinsam das Fußballspiel zu schauen ;) Laut Claus wird morgen fliegbar, allerdings nicht so richtig der Brüller.

Donnerstag, 24.4

Nachdem in den letzten Tagen aufgrund Stresses und oft nicht funktionierendem WLAN die Berichterstattung hier ein bisschen zu wünschen übrig gelassen hat, wird nun von zuhause aus vervollständigt:

Von wenig "nicht so der Brüller"....in den Augen von Markus war das der beste Tag schlechthin!

Am Vormittag wurde eine Grand-Prix-Aufgabe ausgeschrieben, ein Dreieck mit ca. 170 km, welches zwei Mal umflogen werden musste.

Zur Info: Beim Grand-Prix starten alle Flugzeuge Sekunden genau und stürzen sich mit vorgegebener Abflughöhe und Geschwindigkeit auf die Linie, während die "Wettbewerbsleitung" alias Claus Triebel im Funk die Sekunden runterzählt. Für den Großteil der ca. 20 Piloten, die zu dem Zeitpunkt noch am Feuerstein waren, war es der erste Grand-Prix, und der Abflug war wirklich Stress pur wenn 20 Flugzeuge von oben, unten, links, rechts, vorne und hinten mit 140 bis 180 km/h auf kleinstem Raum losstürzen...

Sicherlich war es nicht die kreativste Aufgabe, allerdings haben unsere Trainier bemängelt, dass wir zu sehr in unserer Comfortzone geflogen sind und auf dem Trainingslager zu wenig ausprobiert hätten. Deswegen wollten sie explizit, dass wir uns einmal tief ins untere Höhenband "stürzen", was ihnen mit folgendem Clou geglückt ist: Wer an der Feuersteinwende, also an dem Punkt an dem das Dreieck dann zum zweiten Mal umflogen wird, als erster (und damit im Wettkampf gegen die anderen auch als tiefster) ankommt, kriegt 5 Extrapunkte. Beim Grandprix kriegt der Erste für den Sieg 10 Punkte, der Zweite 8 Punkte, der Dritte sechs und ab dann geht´s in ein Punkten Schritten runter. Wenn man sich also die 5 Punkte holte und damit extrem viel Zeit verlor, konnte man immer noch 3 Plätze nach hinten fallen und trotzdem Erster werden.

Lisa flog an diesem Tag mit dem BayernYankee mit Copilot Tobias Welsch, ein fliegerisch nicht ganz unbeschriebenes Blatt. Markus flog mit Karsten Leucker, ein D-Kader-Mitglied, den Arcus (SP) von Klaus. Nachdem die SP auf dem ersten Dreieck einen 117 km/h Schnitt hatte, war sie auch die Erste, die sich auf den Feuerstein gestürzt, die Wende in 200m über Grund genommen und gebibbert hat, dass der Steinbruch in der Nähe geht...Zum Glück ist genau in dem Moment ein Laster im Steinbruch gefahren und hat den Bart ausgelöst, der dann zum Schluss 3 m/s brachte. Die erste Wende beim zweiten Mal war dann eher mäßig und ab und zu waren wir auch mal ein bisschen tief, danach haben wir aber den Hammerbart der Woche gekurbelt: im ersten Kreis 5,7 m/s, dann zentriert und über 6,5 m/s gezogen. Leider mussten wir dann raus, weil auch schon die Wolken da waren. Zur Verdeutlichung...bei 6,5 m/s werden 700 kg Arcus mit über 23 km/h nach oben bewegt...

Das war dann auch der Endanflugbart und wir sind relativ problemlos ohne Kreis heim geglitten mit dem Sieg in der Tasche :)

Am Abend war dann das Trainingslager offiziell beendet und es wurde ein Lagerfeuer gemacht. 

Freitag, 25.4

Das Wetter war wie immer mal wieder deutlich besser als die Tage davor vorausgesagt. Deswegen wurden in der Früh die Zelte abgebaut und einige Flieger auch gleich mit aufgerüstet. Unter anderem der Discus, der aber danach wieder abgebaut wurde, weil der Pilot zu müde war vom Abend und den Tagen davor. 

Ab 10 gab´s dann Abschlussbriefing mit Danksagungen für die sowohl perfekte Organisation und Betreuung am Feuerstein (sie haben übrigens mit 4 Schleppflugzeugen geschleppt und das Feld richtig schnell raus gekriegt!) sowie für unsere Trainer, die sich ja für die Woche auch extra freigenommen haben.

Es war wirklich eine richtig coole Woche mit vielen netten Leuten an einem super schönen Flugplatz. Und gelernt haben wir beide extreeem viel, wir freuen uns jedenfalls schon aufs nächste Jahr, wo das ganze Event wohl wieder am Feuerstein stattfinden wird.

Vielen Dank an den LVB für die finanzielle Unterstützung, denn alle Schlepps, Campinggebühren und Pauschalen wurden übernommen, sowie allen Trainern die ihren "Job" wirklich gut gemacht haben!

Außerdem Dankeschön für den Discus an Papi und für die Förderlibelle AM2 von Lisa!

Zuletzt geändert: 
Di, 2014-04-29 22:32