Werdenfelser Segelflieger

Bei uns daheim in Südfrankreich

Wir sind wieder mal daheim in Südfrankreich. Wir, das sind Herby, Arne und Hans. Jeder hat seinen eigenen Flieger dabei. Am Montag sind Hans und Herby angekommen, am Dienstag kam dann auch Arne. Der Dienstag war nicht so richtig gut fliegbar, deshalb haben wir uns das aufbauen gespart und haben stattdessen gekocht.

Herby hat einen leckeren Salat mit Lachs und Speck und Eiern gemacht. Das Dressing selbstverständlich mit Knoblauch, damit wir am nächsten Tag im Briefing auch genügend Platz finden.

Dann ging es los, das Wetterbriefing machte nicht allzuviel Hoffnung, aber wir waren natürlich schon seit 1/2 8 Uhr am Start und so starteten wir eben, erst die VV mit Hans, dann die 1D mit Arne und schließlich auch die 90 mit Herby.

Alle haben am Hongrie ausgeklinkt und sind dann etwas mühsam vorwärts geglitten nach La Motte, dann zum Malaup und schließlich über die Grande Gautière zur Tête Grosse, von dort an den Parcour. Der ging schon einen Kilometer vor der Ankunft mit 3 m/s aufwärts, Arne fand gleich am Parcour eine Welle, Hans holte etwas Höhe und glitt zur Grand Séolane, dort in einem wilden 5 m/s Hammer auf 2.800 m und anschließend in der Welle mit völlig ruhigen 3 m/s weiter auf 4.400 m.

Weiter zum Col de Var, dort auf über 5.000 m und schließlich weiter in die Écrins. 5.700 m waren die höchste Höhe, die Hans mit der VV erreichte, danach war es nicht ganz leicht, wieder unter die immer dichter werdende Wolkendecke zu kommen. Im OLC sieht man das Manöver sehr schön in der Nähe des Morgon 180° kehrt, mit ausgefahrenen Klappen durch das Loch, noch ein Kreis und kaum war man unter 4.000 m schon konnte man wieder Richtung Heimat weiterfliegen.

Für den ersten Flugtag ein tolles Erlebnis, so darf es gerne weiter gehen.

Donnerstag, 21.08.2014

Zweiter Flugtag, ein schwieriger Tag, die Thermik begann sehr zögerlich. Wie fast immer startete die VV als Erste. Ausklinken am Hongrie, hoch auf 1.650 m rüber zum Trainon, hoch auf 1.850 m weiter zum Authon, äh, hoch auf 1.800 m, weiter auf Samtpfoten zum Auribeau 1.750 m, nix war´s, also zurück dahin, wo die anderen gleich hinflogen, nämlich nach La Motte und zum Malaup.

Arne beschloss so weit nach Westen zu fliegen wie es ging, und er flog sehr weit nach Nordwesten, ich glaube nicht, dass von uns schon einmal einer dort war, wo er umgedreht hat. Herby wollte nicht in diese blaue Gegend fliegen, Hans auch nicht und so drehten beide am Col de Cabre um und wendeten sich wieder dem Osten zu.

Der gesamte Tag war geprägt durch einzelne gute Bärte und niedrige Basis, der Parcour begann erst sehr spät Thermik zu entwickeln und so flogen eigentlich alle außer Arne etwas ziellos durch die Gegend, mal nach Osten, mal nach Süden, dann doch wieder nach Westen und wieder zurück nach Osten.

Samstag, 23. August 2014

Briefing um 10:00 Uhr, wie immer, heute haben wir noch nicht mal vor dem Briefing aufgebaut. Erst danach schöpften wir Hoffnung, dass es ein fliegbarer Tag werden könnte, obwohl die Wolken sehr tief hingen, der Hongrie war mit einer weißen Haube geschmückt und so hieß es warten, bis sich vielleicht die Wolkenbasis etwas heben würde.

Natürlich konnte es die VV wieder nicht erwarten und startete als erstes, ließ sich zum Hongrie schleppen und stellte fest, dass die Basis mittlerweile auf 1.500 m angehoben hatte. Vorsichtig weiter zum Blachère, dann zum Malaup, halt nicht direkt zur Spitze, denn die war immer noch in Wolken, aber über die Tête de Boursier ging es weiter zur "Badewanne", dort war in 1.800 m Schluss, also weiter zu sehr schönen Cumuli über dem Chabre, weiter nach Westen.

Die Thermik war zuverlässig und dicht gestaffelt, aber es ging eben immer noch nicht sehr hoch. Bis westlich Séderon ein Bart nach dem andern, alle so zwischen 1 1/2 und 2 m/s und Basis immer noch 1.800 m, bei Kilometer 40 retour Richtung Osten, über das Jabronnetal und St. Auban weiter Richtung Puimoisson, dann zum Südende des Lac St. Croix und noch weiter nach Süden, bis eine restricted area dem Vorflug nach Süden ein Ende setzte.

Danach gegen den mittlerweile auffrischenden Nordwind zurück nachhause, Basis immer noch nicht mehr als 1.900 m. Die Vaumuse hoch zum Authon, dann weiter zum Jouère dort sah es dann ganz gut aus Richtung Parcour, jetzt hoben die Wolkenuntergrenzen schlagartig an auf 2.400 m, weiter zum Blayeul, mit 4 m/s auf 2.500 m und dann, ja dann machte sich bei Hans ein menschliches Bedürfnis bemerkbar, das zur sofortigen Umkehr und zur Landung in Sisteron zwang. Ein wenig feucht wurde die Hose dann doch noch kurz vor der Landung.

Schade, dass der Flug so ein abruptes Ende gefunden hat. Der Wind am Platz kam jetzt genau aus Norden und hatte auf satte 30 - 40 km/h zugenommen. Der Himmel wurde schnell von Wolken leergefegt. Jetzt sollten eigentlich überall Wellen entstehen. Mal schauen, was Arne und Herby zu berichten haben nach der Landung.

Jedenfalls wurde der Tag von Stunde zu Stunde besser und zum Ende hin sogar phantastisch gut, wie es halt so geht bei uns in Südfrankreich.

Westlich von Puimoisson

Sonntag, 24. August 2014

Wieder war die Wettervorhersage alles andere als optimistisch. Der Wind allerdings war frisch aus Nordwest und so ließ sich die VV an den Gache schleppen. Der ging tatsächlich, wenn auch nur auf knapp 1.600 m. Während sich Herby und Arne noch um Höhengewinn am Hang bemühten, schlich die VV vorsichtig zur Lure.

Im Lureeck angekommen in 1.200 m, das ist dort nicht sehr hoch, ging es zögernd aufwärts. Bevor der vorgelagerte Pellegrine den Hangwind stören konnte, eine S-Schleife und schon war Hans wieder in 1.600 m. Leider war das auch an der Lure die höchste erreichbare Höhe und man kommt sich ganz schön klein vor, 300 m unter den Antennen, also ab nach Norden.

Roc de l Aigle mäßig, Meouge mäßig, Chabre mäßig, Rocher de Beaumont mittelmäßig, dann endlich die erhoffte Welle westlich, oder wie wir auch gerne sagen links von Serres. 2.900 m mit durchschnittlich 1,0 m/s. Arne und Herby hatten einen anderen Plan, der aber nicht gleich funktionierte, sie flogen über Blachère, Bramefan und Grande Gautière zur Tête Grosse, kamen dort aber wegen zu geringer Höhe nicht so richtig weiter, also neuer Anlauf zurück zum Gautière und noch mal das Ganze, dieses Mal über den Mt. Ginoux.

Währenddessen flog Hans am Pic de Bure vorbei und fand einen satten Bart am Col Bayard auf 2.700 m. Weiter zu verlockenden Wolken an der Chabrières. Die hielt allerdings nicht, was das Wolkenbild versprach. Mittlerweile hatten Arne und Herby zwischen Blayeul und l´Ubac Anschluß an eine kleine Welle gefunden.

Mit etwas über 3.000 m nutzte Arne die Gelegenheit um ins Barcelonnette Tal vorzustoßen. Herby versuchte die weiter im Südwesten sichtbaren Lentis zu erreichen, was zweimal gelang, aber beim dritten Mal wurde er zum Rückzug gezwungen. Die VV hatte den Weg zurück über den Mt. Colombis gewählt und fand über Espinasses eine kleine Welle, die ausreichte um über den Ginoux ebenfalls an die Welle zwichen Blayeul und l´Ubac zu kommen.

Danach flogen die 90 und die VV den Parcour ab Richtung Nordwesten. Hans flog dann weiter über den Morgon zum Guilleaume, dann zur Tête de Lucy und erreichte knapp 3.000 m thermisch. Arne meldete sich über Briancon auf dem Rückflug. Herby war am Parcour geblieben.

Die VV wählte jetzt den Weg zurück entlang des kompletten Parcours bis hinunter zur Coupe. Kein Kreis war erforderlich und trotzdem konnte die Höhe nahezu gehalten werden. Einmal konnte Hans den 4 m/s am Caduc nicht widerstehen, es wäre aber auch ohne diesen Bart gegangen. Arne meldete sich wieder am Siguret und flog über den Col d´Allos zurück, wobei er eine kräftige Welle an diesem Pass auf 3.900 m nutzte.

Nach 6 bzw. 7 1/2 Stunden waren alle wieder zuhause und trotz des mäßigen Wetters ganz zufrieden.

Zusammen mit Herby fliegt Hans zum Parcour

Mittwoch, 27. August 2014

Endlich wieder fliegbares Wetter. Für Hans die letzte Gelegenheit, die VV noch mal spazieren zu führen, am Donnerstag will er auf jeden Fall nachhause fahren. Wie fast immer startet die VV als Erste, lässt sich zum Gache schleppen und findet guten Hangwind bis auf 1.700 m. Die Querung zur Lure geht dieses Mal viel einfacher, als noch vor 3 Tagen.

Der Lurehang trägt bis auf knapp 1.900 m, danach Vorflug ins Jabronnetal, kleine Welle auf 2.200 m, weiter zum Roc de l´Aigle, kleine Welle auf 2.500 m, weiter zum Rocher de Beaumont, hier geht es schon auf knapp 2.700 m und schließlich über Aspres sur Buech noch mal ein wenig Welle auf 2.750 m, dann beginnt der Flug nach Osten.

An der Südwestecke des Pic de Bure tut sich nicht viel, immerhin wieder auf 2.700 m geklettert, weiter nach Osten. Der Weg zum Chabrières erscheint mir etwas zu weit, daher versuche ich über den Mont Colombis weiterzukommen.

Dort komme ich in 2.200 m an und jetzt muss eine Entscheidung fallen, entweder doch zu den Wolken am Chabrières, die allerdings unter Hangkante liegen oder weiter zum Parcour, dort sind noch gar keine Wolken zu sehen. Mit etwas Bangen fliege ich nun doch zum Chabrières und komme dort in knapp 1.800 m an, der Hang läuft flach nach Süden aus, unangenehm wenn man dort dicht an den Hang gehen muss um hochzukommen.

Schließlich klettere ich langsam auf 2.100 m und fliege zur Tête de Lucy, die mich freundlich empfängt, ruckzuck bin ich auf 2.350 m und auch schon an der Basis, alles unter Hangkante, der Guilleaume ist auch nicht unfreundlich, weiter zur Clotinaille, die zeigt sich allerdings abweisend und so bleibt nur die Talquerung zum Prachaval, dort erwarten mich ca. 35 ASK 13, die ihren jährlichen Wettbewerb in St. Crépin fliegen. Es wimmelt am Westhang des Prachaval, eine K13 schöner bemalt als die andere und alle düsen am Hang auf und ab, man kommt sich schon als Exot vor, mit der großen Spannweite.

Ich verabschiede mich bald nach Norden und fliege immer noch unter Hangkante bis Argentières, als ich um die Ecke zur Tête du Peyron fliege, sehe ich für einen kurzen Augenblick Briancon, aber dort findet sich absolut kein Steigen und so eile ich zurück zum Prachaval und mische mich unter die K13 Flotte. Zurück nach Westen ist der Weg weit, ich versuche es über den Col de Var, aber da findet sich kein Steigen, also rüber zum Pic St. André, an der Westflanke des mächtigen Berges begrüßen mich einige Kühe, die dort in 1.800 m das kärgliche Gras abweiden.

Mühsam kann ich mich in engen Kreisen am Hang auf 2.200 m hoch arbeiten, das reicht um einigermaßen hoch zum Guilleaume fliegen zu können. Dort fliege ich in 1.900 m um die Ecke und werde sofort mit gutem Steigen belohnt, ich bin zwar dort nicht alleine, aber innerhalb kurzer Zeit sind 2.400 m erreicht, ein kleiner Sprung zur Tête de Lucy, dort weiter hoch auf 2.600 m und ab zum Morgon.

Die Heimkehr ist jetzt gesichert, weiter zur Dormillouse, wo gefühlt 3.000 Paragleiter auf und ab fliegen, dann noch einmal den Parcour entlang, schließlich noch ein Abstecher nach Westen, wie man das eben so macht am späten Abend und dann endlich nach 7 Stunden und 15 Minuten setzt die VV weich auf der 35 in Sisteron auf. Herby und Arne sind schon vorher gelandet und helfen mir, den Flieger in den Hänger zu verstauen.

Dann ab zum Apéritif, noch ein ausgezeichnetes Abendessen im Janus und das war´s mit dem Sommerurlaub in Südfrankreich, 5 Flüge und 27 Stunden, wieder einmal ein Genuss. Wir freuen uns schon auf das Frühjahr, dann werden wir wahrscheinlich nicht mehr mit der ASW 22 hier auflaufen, sondern mit einem neuen Flugzeug. Eigentlich kann ich es schon gar nicht mehr erwarten.

Über allen Gipfeln ist Ruh`, Endanflug am späten Abend.

Ein kleines Video kann auf dieser Seite betrachtet werden.


 

Zuletzt geändert: 
So, 2014-09-07 11:03